Eine Auslandskrankenversicherung hat nur einen Zweck: dafür zu sorgen, dass die Kosten deines Abschieds gedeckt sind, damit deine Lieben damit nicht belastet werden. Aber diese Deckung funktioniert nur, wenn jemand weiß, dass die Police überhaupt existiert, bei welcher Versicherungsgesellschaft sie läuft und wo die Policennummer zu finden ist. Ohne diese Informationen liegt Geld herum, das niemand abholt, während der Bestattungsunternehmer unterdessen ganz normal bezahlt werden muss.
Die Lösung ist einfach, wird aber oft übersprungen: Dokumentiere die Daten deiner Auslandskrankenversicherung an einem Ort, den deine Hinterbliebenen auch wirklich erreichen können, und teile jemandem mit, dass dieser Ort existiert. Das könnte eine Mappe in einem Schrank sein, aber in der Praxis funktioniert ein digitaler, auffindbarer Ort besser, weil er nicht davon abhängt, dass jemand zufällig eine Schublade zur richtigen Zeit öffnet.
Warum eine Police in einer Schublade nicht funktioniert
Versicherer schicken jährlich eine Übersicht, oft per Post oder E-Mail, und diese Übersicht verschwindet leicht zwischen anderen Unterlagen. Hinterbliebene wissen im Moment des Todes meist nicht, welche Versicherer es gibt, geschweige denn die Policennummer. Sie müssen dann in Verwaltungsunterlagen, Kontoauszügen und E-Mails suchen, während die Beerdigung innerhalb weniger Tage organisiert werden muss. Diese Suche kostet Zeit, und Zeit ist genau das, was es zu diesem Zeitpunkt am wenigsten gibt.
Das Problem liegt selten in der Versicherung selbst, sondern in ihrer Auffindbarkeit. Eine ordnungsgemäß abgeschlossene Police, die nirgends dokumentiert ist, funktioniert für Hinterbliebene so, als würde sie nicht existieren.
Was Hinterbliebene brauchen, um eine Police zu finden
Um eine Auslandskrankenversicherung tatsächlich geltend machen zu können, brauchen Hinterbliebene grundsätzlich drei Dinge: den Namen der Versicherungsgesellschaft, die Policennummer und einen Hinweis darauf, was genau gedeckt ist (ein Geldbetrag, ein Leistungspaket oder eine Kombination). Ohne Policennummer kann ein Versicherer den Antrag oft nicht schnell bearbeiten, und ohne zu wissen, was gedeckt ist, wissen Hinterbliebene auch nicht, ob sie noch zusätzlich für Teile bezahlen müssen, die nicht miteinbezogen sind.
Diese Daten sollten also nicht nur notiert werden, sondern auch verständlich sein. Eine Policennummer ohne Kontext hilft niemandem weiter, wenn niemand weiß, bei welcher Gesellschaft sie gehört oder was die Deckung genau bedeutet.
Ein auffindbarer Ort für deine Versicherungsdaten
Genau deswegen gehört eine Versicherungspolice in eine Umgebung, die speziell dafür ausgelegt ist, zum richtigen Zeitpunkt für die Menschen zugänglich zu sein, denen du vertraust. In einem verschlüsselten digitalen Tresor für deine Dokumente kannst du die Police, die Policennummer und eine kurze Erklärung dazu zusammenbringen, sodass alles an einem Ort steht statt verstreut über Post, Mail und Mappen. Der Tresor wird erst entriegelt, wenn es nötig ist, und nicht vorher, was die Daten auch während deines Lebens sicher hält.
Es ist ratsam, diese Versicherungsdaten mit dem Rest deiner Abschiedswünsche zu verbinden, sodass der, der den Tresor öffnet, auf einen Blick sieht, welche Versicherung es gibt und was du dir sonst noch für die Feier selbst überlegt hattest. Wer seine Wünsche rund um den Abschied bereits dokumentiert hatte, kann diese Übersicht um die Versicherungsdaten über den Bereich, in dem du deine Abschiedswünsche festlegst erweitern, sodass beide Dinge zusammen auffindbar sind statt voneinander getrennt.
Neben der Police: Wer muss es wissen
Daten zu dokumentieren ist ein Schritt, aber jemand muss auch wissen, dass dieser Ort existiert. Ein vertrauter Kontakt, der zum richtigen Zeitpunkt Zugang erhält, verhindert, dass die Police unauffindbar bleibt, auch wenn sie ordnungsgemäß registriert ist. Es hat keinen Sinn, alles digital und übersichtlich zu dokumentieren, wenn niemand weiß, dass dieser Tresor existiert oder wie man Zugang bekommt. Sprechen Sie daher kurz mit jemandem, dem Sie vertrauen, dass eine Versicherung vorhanden ist und wo die Details stehen, ohne dass Sie dafür alle Beträge preisgeben müssen.
Wer auch über den Rest seines Vermächtnisses nachdenkt, bemerkt oft, dass eine Police nicht für sich allein steht. Informationen über Versicherungen, Besitztümer und Wünsche gehören häufig in dieselbe Übergabe, und das ist auch ein Moment, um zu überlegen, wie ein Testament beim Notar beurkundet wird, damit die finanzielle und praktische Seite deines Vermächtnisses zusammenpassen, statt isoliert voneinander zu existieren.
Praktisch: so legst du es jetzt fest
Suche deine Police auf, notiere den Versicherer, die Policennummer und eine kurze Beschreibung des Versicherungsschutzes, und lege das an einem Ort ab, wo Angehörige es auch wirklich finden können. Teile mindestens einer vertrauten Person mit, dass dieser Ort existiert. Wiederhole diesen Moment einmal im Jahr, zum Beispiel wenn die Jahresübersicht des Versicherers ankommt, damit die Daten aktuell bleiben, wenn sich etwas ändert.
Beginne heute damit, deine Bestattungsversicherung und den Rest deines Vermächtnisses übersichtlich zu gestalten. Du kannst kostenlos starten und direkt dein erstes Dokument sicher an einem Ort ablegen, wo es wirklich gefunden wird, wenn es nötig ist.